Geschichte

Jesenik an der Oder

Die Gemeinde Jesenik an der Oder wurde in sog. „mährischer Besiedlung“ im 12. Jh. von Kloster von Rajhrad gegründet. Im Jahre 1169 schenkte der Olmützer Fürst Friedrich diesem Kloster ein bisher nicht besiedeltes Gebiet um Hranice, d.h. auch Gebiet von Jesenik an der Oder.

Im Jahr 1201 wurde diese Gegend dem Kloster Hradisko bei Olmütz gewidmet und somit überging sie zur Herrschaft von Hranice. Hier wird zum ersten Mal das Flüsschen „Jessenicie“, genannt, es ist jedoch nicht klar, ob in Bezug auf Jesenik. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Fluss nach der bereits gegründeten Ortschaft genannt wurde. Im 14. Jh. gehörte diese Gegend den Herren aus Krawarn. Laut der Urkunde vom 2. Oktober 1383 verkaufte sie Herr Vok aus Krawarn auch mit Vogt dem Olmützer Kanoniker Wilhelm aus Kortenlangen, der sie vor dem Jahr 1399 dem heiligen Bischoff Nikolaus überließ. Der Name der Gemeinde erscheint bereits in Doppelfassung: Jasenice und Jessenyk. Zum ersten Durchdringen des deutschen Einflusses kam es bereits im 13. und 14 Jahrhundert, die entvölkerte Gegend wurde nach dem Einfall der Tataren und Kumanen wieder kolonisiert. In den Jahren 1406 – 1481 ist die Gemeinde in Händen der Herren aus Krawarn und im Strafverfahren (1406) ist der Name "Gesnyk njemeczki" angeführt.

Die nächsten Besitzer 1595: - Václav Adam Podštátský aus Prusinovice, (die ersten Erwähnungen über Einwohneranzahl: 58 Einwohner davon 5 Tschechen), 1599 Bohuš aus Zvole, 1616 Evangeliker Adam Šťastný Žampach aus Podštejn (er nahm eifrig an dem Aufstand teil), 1639 Ludvík Tharoulle (in der Zeit wurde der Bauernhof Vražné angeschlossen), in der Hälfte des 17. Jhs. die Herren aus Zvole, 1684 Jiří Kraštof-Freiherr aus Opruskova, 1685-1800 das

Geschlecht der Herren aus Witten und Andlern, 1800 Gräfin Truchsess-Zeil-Frauenburgova, 1821 Dr. Valentin Laminet aus Opava, 1831 Franz Hubert Ritter Stucker aus Meiersdorf, 1835 Emanuel Julius Roger de Resseguier Marquis aus Miremontr, 1848 Maxmilian Viktor d´ Hamoncóurt, 1851 Ferdinand Zinner aus Wien, 1892 erbte die Gegend Karolina aus Cischini. Dann hat sie die Gegend ihrem Neffen Heinrich Stecher übergegeben, welcher der Besitzer bis zum Jahr 1945 war.

Es blieb der Urbar des Bauernhofes aus dem Jahr 1650 erhalten. Die Herren aus Witten gründeten in der Richtung Hurka die Kolonie Wittenberg, die um das Jahr 1818 aufgehoben (angeblich wegen dem Frewel in Herrschaftwäldern) wurde. Die wissenschaftlichen Änderung nach dem Dreißigjährigen Krieg lassen sich von sog. Rektifizierakten und Kommissionen bestimmen. Im Jahr 1667 am 28.9. ist im Protokoll der Kommission notiert, dass es in Deutscher Jeswenik 18 Großbauer mit 22-24 Metzen der Felder gab, 8 Dreiviertelbauer mit 15-21 Metzen, 14 Halbbauer mit 15 Metzen und 21 Kleinbauer, die nichts aussäen und acht von denen einem Bauer gleichen. Die Gesamtzahl war 61. Laut Revisitationsprotokoll vom 1.7.1676 waren 58 Bauer und vom sog. Fassionstabelle zur Rektifizierung vom 1749 lässt sich sehen, dass die Bauer bereits größere Fläche der Felder hatten und der einzige im Dorf (in Nr. 9) und 2 Metzen des Waldes. Beim Visitieren im Jahr 1755 waren in Deutscher Jesenik 3 Bauerinhaber (65-60 Metzen), 9 Feldbesitzer (58-54 Metzen), 25 Halbfeldbesitzer (38-31 Metzen), 3 Viertelfeldbesitzer (22-16 Metzen) und Gärtner. Es gab 17 Häusler ohne Felder.

Im Jahr 1848 gehörten zum Bauernhof die Gemeinden Jesenik und Dolní Vražné. Nach der Abschaffung der Fronarbeit verliefen die Wählen von Bürgermeister, Ratsherren und Gemeindevertretung mit dem Bauernhof Vražné. Mehr über die Geschichte von Jesenik an der Oder…

Hurka

Die erste garantierte Erwähnung über die Gemeinde stammt aus dem Jahr 1383, wo die Herren aus Krawarn Hurka mit Jesenik an Wilhelm aus Kortenlangen verkauften und hier wird bereits auf Tschechisch wie Horka angeführt. Seit dem 15. Jh. wurde das Dorf auf die Dauer zum Bestandteil der Herrschaft von Stary Jičin.

Das Dorf Hurka war eine selbstständige Gemeinde seit 1850 im gerichtlichen und politischen Bezirk Novy Jičin. Ein typisches Bauerndorf bewahrte sich während der Existenz den tschechischen Charakter. Zur Pfarrei wurde zu Starý Jičín zugeordnet. In Privathäusern unterrichtete man hier seit 1773, die Schule wurde in den Jahren 1863 - 1866 gegründet und es wurde das erste Schulgebäude errichtet. Heute gibt es in der Ortschaft die Unterstufe der Grundschule.

Nach dem Münchner Abkommen 1938 fiel Hurka ins besetzte Sudetenland, auch wenn es ausschließlich tschechische Gemeinde war, in der nicht einmal eine deutsche Familie lebte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Katastergebiet der Gemeinde die Sammlungsbrunnen und später Pumpstationen der Nordmährischen Wasser-und Kanalisationsleitungen gebaut. Auf einem Teil des Territoriums erstreckt sich Horecký Wald, der den Waldbetrieb in Frenštat pod Radhoštěm verwaltet. JZD in Hurka wurde im Jahr 1953 gegründet und im Jahr 1972 schloss sich zu JZD Jesenicko mit dem Sitz in Jesenik an der Oder an, heute Landwirtschaftliche Handelsgenossenschaft Jesenicko. Das Kulturdenkmal der Gemeinde ist die St.-Anna-Kapelle aus dem Jahr 1840. Das Gemeindesiegel aus dem Jahr 1749 hatte im Schild das Bild des stehenden Stieres mit drei Sternen oben.

Polouvsí

Das Dorf wird erstmals urkundlich im Jahre 1412 wie Polowssye erwähnt, gehörte zur Herrschaft von Hranice. Im 15. Jahrhundert war es zusammen mit dem Dorf Dub in die Olmüzter Landtafeln als selbständiger Ritterbauernhof registriert. Zu der Zeit gab es in Polouvsí vermutlich eine Festung, die den Weg aus Pobečví nach Poodří schützte. Die Bevölkerung war seit Ende des 17. Jahrhunderts deutsch, sie lebten von Landwirtschaft, Obstbau und Gemüseanbau. Im Dorf gab es eine Mühle und später ein Sägewerk. Die Gemeinde gehörte mit den Pausen zur Pfarrei in Jesenik. Die Schule wird hier zum Erstenmal im Jahre 1789 erwähnt, nach dem Anschluss zu Jesenik an der Oder, wurde die Schule abgeschafft. Heute besuchen die kleineren Kinder die Schule in Jesenik an der Oder, die älteren Kinder in Suchdol an der Oder und in Starý Jičín.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Aussiedlung der deutschen Bevölkerung und der Wiederansiedlung von Einwanderern vor allem aus der Walachei. JZD wurde 1954 gegründet und später zu JZD von Jesenicko mit dem Sitz in Jesenik an der Oder zugeordnet. Heute blieb es Bestandteil der Landwirtschaftlichen Handelsgenossenschaft Jesenicko und es gibt hier eine Geflügelfarm. Das Gemeindesiegel wurde 1766 angefertigt. Auf dem Siegel war ein Laubbaum mit einem Haus auf beiden Seiten mit einer Tür und zwei Fenster dargestellt.

Blahutovice

Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1499 auf Tschechisch als Blahustowicze erwähnt. Es war ein Bestandteil der Herrschaft von Hranice der Herren aus Pernstein. Johannes von Pernstein verkaufte im 16. Jahrhundert die Stadt Hranice auch mit Dörfern Blahutovice und Polouvsí an Vaclav Haugwic von Biskupice und dann wechselten sich schnell die Besitzer. Dem letzten Besitzer Václav Molla aus Modřilice von der Zeit vor der Schlacht am Weißen Berg wurden die Bauernhöfe Hranice und Drahotuše konfisziert und so kam das Dorf Blahutovice mit ganzer Herrschaft von Hranice wie Konfiskat in den Besitz des Olmützer Bischofs und Kardinals Franz von Ditrichštejn. Das Dorf wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg infolge der Entvölkerung und neuen Besiedlung germanisiert (auf Deutsch Blattendorf).

Die wichtigste Ernährungsweise war Landwirtschaft, Viehzucht. Seit 1905 gab es im Dorf eine Zementfabrik und ein Sägewerk. An den Bächen standen zwei Mühlen. Das Dorf Blahutovice war seit 1850 bis heute ein Bestandteil des gerichtlichen und politischen Bezirk Novy Jičin. Wurde zur Pfarrei in Jesenik in Dekanat von Novy Jičin zugeordnet. Die Schule wird in Blahutovice erst im Jahre 1795 erwähnt, tschechische Schule wurde nach dem Jahr 1945 gegründet, heute ist diese im Rahmen der Integration mit Jesenik an der Oder abgeschafft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde JZD (landwirtschaftliche Genossenschaft) im Jahr 1949 gegründet, wurde zum Bestandteil von JZD Jesenicko, heutzutage in Liquidation. Eine interessante Erkenntnis war der Fund der Überreste der prähistorischen Siedlung (Feuerstätte, Werkzeuge) in einem Feld westlich vom Dorf, eine Siedlung des landwirtschaftlichen unterdonauer Volkes, die vom berühmten Archäologen Professor K.J. Mašek (bewahrt im Museum in Nový Jičín und Brünn) erforscht wurde.

Im Siegelbereich vom Gemeindetypar, aus dem Jahr 1766, wurde der Blick auf die angegebenen Länder und zwei Dorfhäuser über denen drei Vögel schweben, dargestellt.

Hrabětice

Hrabetice wurde in den Jahren 1772-1776 bei der Parzellierung des bereits damals ertraglosen Hofes von Blahutovice gegründet. Es gehörte zur Herrschaft von Ditrichstein in Hranice, laut Ehefrau des Besitzers wurde die Gemeinde Grafen Dorfel später Grafendorf, auf Tschechisch Hrabetice, genannt. Das Dorf wurde von deutscher Bevölkerung besiedelt und war wahrscheinlich dir kleinste Gemeinde in Bezirk Novy Jicin. Die Gemeinde wurde zur Pfarrei in Jesenik an der Oder zugeordnet.

Der große Teil des Landes ist vom Hrabětický Wald bedeckt, der bis heute ein Naturschutzgebiet der seltenen Flora darstellt. Auf dem nach der Gründung des Dorfes erworbenen Stadtsiegel, wurde eine heraldische Grafkrone mit neun sichtbaren Ausläufern mit Perlen dargestellt, später auch auf amtlichen Stempeln der Gemeinde benutzt.