Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde an Stelle der hölzernen Kirche erbaut, die im Jahr 1710 ausbrannte. Nach dem Brand ließ Rudolf Graf Witten das gemauerte Presbyterium der neuen Kirche aufbauen, das Kirchenschiff wurde auf die Kosten von Franz Rheinold von Andlern 1752 zugebaut. Die Frontseite der Kirche ist dreiachsig, in der Mittelachse ist flacher mit dem dreigeschossigen Aufbau des Turmes. Im Risalit gibt es rechteckiges Steinportal mit der Jahreszahl 1752 oberhalb der Tür, darüber ist ein segmentweise durchgebogenes Gesims. Unter dem Gesims befanden sich bis unlängst Sandsteinkartuschen mit den Wappen der Baugründer. Der Prismenturm mit den abgeschrägten Ecken, gekrönt mit der Zwiebelkuppel mit einer Laterne, ist kompositionsweise mit der Front durch die einfachen dreieckigen Flügel verbunden. Das Presbyterium ist enger als das Kirchenschiff, seine Masse ergänzen seitenweise rechtwinkelige Anbauten mit Pultdächern – auf der evangelischen Seite die Sakristei mit dem Oratorium im Stock, auf der Epistelseite die Parterrekappelle. Längs des Umfanges der Kirche läuft profilierte Bekrönung, in den Seitenfassaden des Kirchenschiffs und des Presbyteriums gibt es Fenster mit halbrunden Deckbögen. Das Interieur ist durch das Gewölbe auf den Streifen mit den Ausschnitten gebildet, beim Schiffeingang gibt es einen gewaltigen Mauerkirchenchor.

Steinkreuz an der Kirche

Das Steinkreuz aus dem Jahr 1822, das Werk der lokalen Provenienz, dokumentiert das Überleben der Barockskulpturtradition im 19. Jahrhundert. Das Kreuz ist auf dem hohen einmal abgestuften Podest mit Volutenflügel und Gesimsbeendigung aufgestellt. Auf der Frontseite des Podestes gibt eine ovale Kartusche in Form der Empiresonne, in der früher ein Ölgemälde auf dem Blech mit der Darstellung der Schmerzhaften Jungfrau Maria der eingebaut wurde. Auf der Rückseite des Podestes gibt es eine Anschrift „Renov 1931 / 1822“. Die Kreuzbalken sind lilienweise beendet, der vertikale Balken erweitert sich leicht im unteren Teil. Der Korpus ist statisch ohne Andeutungen der Seitenbewegungen, der lange Schleier eingeschnürt mit Seil, reicht bis zu den Knien. Der Kopf mit geschlossenen Augen ist leicht zum rechten Schulter geneigt. Der Korpus und die Reliefdetails des Kreuzes waren ursprünglich vergoldet, heute sind sie empfindungslos mit Emailfarbe aufgestrichen.

St.-Anna-Kapelle

Gemauerte Kapelle aus dem Jahr 1851, Beleg für Überleben der architektonischen Barockformenlehre in der ländlichen Umgebung im 19. Jahrhundert. Die Kapelle ist länglich, das halbkreisförmige Ende ist leicht verengt und versetzt, die Ecken in der Position der Versetzung sind abgeschmiegt. Längs des Umfanges der Kirche läuft profilierte Bekrönung. Die Front ist mit Giebelvolutenaufsatz gekrönt, das Dach ist sattelförmig, mit kleinem Turm mit einer Laterne. Die Front wurde Ende der 60er Jahre mit hartem Kratzputz verputzt, plastische Details - Wandpfeiler mit Palmettenkapitelln und Festonen im Giebel und oberhalb der Tür – wurden beseitigt. Die Kapelle befindet sich in der Gemeindemitte, beim Haus Nr. 8.

Plastik des Hl. Johannes Nepomuk

Die Statue von rustikalem Charakter befindet sich auf dem Dorfplatz beim Haus Nr. 122. Sie ist eine der ersten in Nordmähren, wurde noch vor der Heiligsprechung des Johannes von Nepomuk in der Basilika S. Giovanni di Laterano am 19. März 1729 vom Papst Benedikt XIII erbaut.

Hl. Johannes Nepomuk

Die Statue ließ Baron Rudolf Christoph Freiherr von Witten (+ 1733) anlässlich der Erhöhung in Grafstand vom Kaiser Joseph I. im Jahr 1708 errichten, der Autor war wahrscheinlich der Bildhauer David Zürn jun. (1665 - 1724).

Die Figur des Heiligen in der traditionellen kanonischen Kleidung, der das Kruzifix mit dem Leib des Gekreuzigten hält.

Chronogramm 1708 auf der Frontseite des Podestes:

S./Ioannes/NepoMVCene/InterCeDe/pro nobIs (Heilige Jan Nepomucky, bete für uns)

TIbI s.IoannI/honorIs DefensorI/serVatorI propagatorI/ InhonoratIonIs/eXtIrpI Ita sIne VLapIterVoVI/CoMes a WItten (Dir Heiliger Jen, verehrtem Schützer, Retter, Missionar nicht verehrt (so kennzeichnete der Graf Witten)

Schloss und Hof in Jesenik an der Oder

Das Schloss und der Hof in Jesenik an der Oder wurden vom Freiherr Rudolf aus Witten gebaut. Bis zum Jahr 1728 wurde das Schloss nur teilweise gebaut und wurde noch nicht beendet. Während nächster Jahre hat jeder von Besitzern einigermaßen zur Verbesserung des Schlossbaues beigebracht. Die Endgestaltung war im spätbarocken Stil. Rund um das Schloss wurde ein Schlosspark errichtet, einst reich an seltene exotische Bäume wie Purpurbuche, Schwarzkiefer, Ginkgobaum, Platane. Das Schloss diente seinen Besitzern als Sommersitz, für die ganze Herrschaft sorgten bereits seit dem Jahr 1707 die Verwalter. Seit diesem Jahr stammen bereits die schriftlichen Erwähnungen.

Die Schlossbesitzer seit dem Jahr 1728:
1728 - 1790 Herren aus Antlern und Witten, Das Schloss und Hof in Jesenik an der Oder
1790 - 1800 Gräfin Freifrau Maria Anna aus Gilleis,
1800 - 1821 Gräfin Maria Walburga Truchsess - Zeyl,
1821 - 1831 k. u. k. Beamte Valentin Laminet aus Opava,
1831 - 1834 Franz Hubert Stucker Ritter aus Meiershofer,
1834 - 1848 Emanuel Graf Miremont,
1848 - 1851 Max Graf Harnouncourt - Unverzagt,
1851 - 1862 Großhändler Ferdinand Zinner aus Wien, Nach seinem Tod seine Ehefrau Pauline.

Da Pauline kinderlos starb, erbte das Schloss ihre Nichte Sarlota von Cischini, die während des zweiten Weltkrieges starb. Der letzte angeführte Schlossbesitzer Heinrich Stecker war wahrscheinlich nur Verwalter. Zum Schloss gehörte der Großgrundbesitz, der viele Jahre früher als Schloss errichtet wurde. Wie in jeder Herrschaft gab es auch hier eine herrschaftliche Bierbrauerei, die noch bis zum Jahr 1896 im Betrieb war. Das Bier aus Jesenik hatte angeblich guten Namen und wurde gefragt. Im Gebäude der Bierbrauerei gab es auch einen Schank. Jedoch der häufige Wechsel des Bierbrauers und die Konkurrenz der moderner benachbarten Stadtbierbrauereien führten zu seiner Erlöschung und Umwandlung der Bierbrauerei in Mälzerei im Jahr 1900. Auch diese ging nach dem Ersten Weltkrieg unten und im Gebäude war bis zum Jahr 1945 die Kneipe. Es handelte sich um Gebäude mit Nr. 3. Heute ist das Schloss in Privatbesitz, wird komplett renoviert und für die Öffentlichkeit ist geschlossen.

Schlosspark

Naturlandschaftspark, auf der Westseite mit der Straße begrenzt, im Osten mit landwirtschaftlichen Geländen, im Süden mit den Wirtschaftsobjekten des Großgrundbesitzes und im Norden mit einem Teich. Der Park knüpft kompositorisch auf die Alle um den Teich an. Noch in den 60er Jahren stand im östlichen Teil des Parks die Statue des Hl. Hubert, heute gibt es auf dieser Stelle nur einen Sockel. Der Park ist nicht gepflegt.

Bedeutende Holzarten: Weymouthskiefer, Sommereiche, Ahornblättrige Platane.